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Schokoladenkuchen, ultimativer

Einer der grössten Unterschiede zwischen Kochen und Backen ist: ohne Rezept wird´s beim Backen nix. Vor einiger Zeit stand ich also vor dem Problem einen Schokoladenkuchen backen zu wollen, aber ohne ein vernünftiges Rezept. Er sollte mit den Aromen bitterer Schokolade und Orangenschale spielen, nicht zu süß sein und auf der Zunge zergehen. Im Grunde war schon klar, wohin die Reise gehen sollte – nur das Rezept fehlte noch.
Nach einigen Probekuchen, Backversuchen und nicht ganz zufrieden stellenden Ergebnissen heute: der ultimative Schokoladenkuchen.

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Was das Rezept einfach macht: die vier Hauptzutaten kommen in gleicher Menge hinein:
250g Butter (Bio, Süßrahm)
250g Zucker
250 Schokolade
250g Mehl (Bio, 405)
außerdem die Zesten von zwei ganzen Bio-Orangen,
150g gemahlene Mandeln,
ein Päckchen Backpulver und
4 Eier.
Butter (zimmerwarm) und Zucker werden schaumig gerührt, dabei entsteht eine helle, weiche und homogen schaumige Masse.

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Die Schokolade – in diesem Fall eine 70%ige Bitterschokolade von Callebaut in Tröpfchen – der Konditor spricht von Callets – wird im Wasserbad geschmolzen und mit den Orangenzesten aromatisiert.
Die Eier werden getrennt, das Eigelb unter die Butter-Zuckermasse gerührt.
Das Mehl sieben.
Mehl, Mandeln und Backpulver vermischen und unter die Butter-Zucker-Eigelbmasse rühren.
Die aromatisierte Schokolade ebenfalls in die Masse einrühren.
Das Eiweiß steif schlagen und als letztes in die Masse einarbeiten.

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Die Kuchenform gründlich Buttern und mit Zucker ausstreuen.
Die Masse löffelweise in die Form geben, dabei darauf achten das der Teig gleichmässig verteilt wird.

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Im vorgeheizten Backofen Bei 170°C Umluft ca. 40 Minuten backen, mit einem Holzstab einstechen, ist dieser beim herausziehen noch feucht nach Bedarf die Backzeit verlängern. Meistens ist der Kuchen nach 50 bis 55 Minuten perfekt.

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Nach dem Backen in der Form abkühlen lassen – damit reduziert sich, die Gefahr den Kuchen beim Stürzen zu ruinieren.
Gänzlich auskühlen lassen und für ein bis zwei Tage kühl und dunkel stehen lassen. Darauf achten, dass der Kuchen in dieser Zeit nicht austrocknet. Die Ruhezeit gibt den Orangenzesten die Gelegenheit, ihr Aroma im Kuchen zu verteilen und zu intensivieren.
Für ausgewachsene Schleckermäuler: mit frisch geschlagener Sahne servieren. Sollte der Kuchen als Dessert zum Abendessen serviert werden, kann ein Glas GrandMarnier dazu serviert werden. Damit schliesst sich dann der Aromenkreis aus Schokolade – Orangenfrucht – Süsse des Zuckers und dem Schmelz von Mandeln, Mehl und Butter.
Guten Appetit!

Ente a l´orange – dekonstruiert

Heute ein Klassiker der Herbst- und Winterküche, besonders für die feierlichen Gelegenheiten geeignet.
Aber, warum dekostruieren, wenn es an sich schon soo lecker ist?  Immerhin ein Klassiker der französischen Küche. Nehmen wir die Entenbrust: zweifelsohne ein besonders leckeres, zartes und aromatisches Stück Fleisch. Ebenfalls fraglos: sehr harmonisch mit den herben und fruchtigen Noten der Orange. Die Entenbrust wird geschützt von einer dicken, fetten Haut, die, wenn sie richtig zubereitet wird, unwiderstehlich knusprig aus der Pfanne kommt. Und schon beginnen die Probleme: Im Grunde gibt es keine Möglichkeit Fleisch und Haut zugleich optimal zu garen: ist das Fleisch perfekt auf den Punkt, wird die Haut nicht lecker und umgekehrt.
Beginnen wir also von vorne, ziehen mit einer kräftigen Pinzette oder spitzen Zange alle verbliebenen Federkiele aus der Haut, diese würden beim Braten verbrennen und das Ergebnis bitter machen. Nun die Haut vom Fleisch trennen, das ist leider bei der Ente nicht so einfach wie beispielsweise beim Huhn, es gibt größere Bereiche an denen die Haut regelrecht am Fleisch festgewachsen zu sein scheint. Mit etwas Geduld und einem scharfen Messer gelingt dies gut, je weniger wir dabei ins Fleisch schneiden desto besser.

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Um der Entenbust möglichst viel Geschmack mit auf den Weg zu geben, marinieren wir sie: aus dem Saft und den Zesten einer ganzen (Bio-) Orange, und heller japanischer Sojasauce (die mit dem geringeren Salzgehalt und dem feineren Geschmack) mischen wir eine Marinade, in die die Entenbrust für einige Stunden eingelegt wird.

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Dieses am Besten Mittags vorbereiten und bis zum Abend bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dadurch mariniert das Fleisch etwas intensiver und die Garzeit bei Niedrigtemperatur lässt sich besser kalkulieren.

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Die Entenhaut wird, nachdem sie vom Fleisch getrennt wurde, für eine Stunde in den Kühlschrank gelegt, um dann in feine Streifen geschnitten zu werden: kalt lässt sie sich besser und präziser schneiden.

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Die Hautstreifen werden in neutralem Öl oder Butterschmalz bei nicht zu hoher Temperatur knusprig ausgebraten, auf Küchenkrepp abgetropft und später, vor dem Servieren aus der Mühle gesalzen.

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Als Beilage bereiten wir einen klassischen Kartoffelbrei zu: mehlig kochende Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden und in Salzwasser kochen, abgiessen, abdampfen lassen und durch die mittlere Scheibe der Flotten Lotte drehen. Mit Milch und etwas Butter zu einem geschmeidigen Brei verarbeiten; mit Muskat, weißem Pfeffer aus der Mühle und Salz abschmecken.
Die Entenbrust wird in einer flachen Form, mit der ganzen Marinade eine Stunde im Ofen bei 75° bis 80° gegart. Hier gilt wie bei allen Garzeitangaben: Erfahrung und Kenntnis des eigenen Ofens sind ausschlaggebend für das Ergebnis. Zahlen sind nur Anhaltspunkte. Zum Ende der Garzeit wird die Marinade in eine Sauteuse abgegossen, die Entenbrust abgedeckt, damit sie nicht austrocknet und im Ofen warm gehalten. Die Marinade reduzieren und ganz zum Schluss mit einigen kalten Butterflöckchen zu einer Sauce binden und: abschmecken! Für die Säure etwas Zitronensaft? Salz? Pfeffer? Ein Paar Streifen frische Chilli? Ein Hauch Safran? Eine Priese Zucker für die Süße oder Muscovado für die Caramellnote? Beim Abschmecken trennt sich die Spreu vom Weizen: haben wir es am Ende mit einer feinen oder mit einer genialen Speise zu tun. . .
Zum Anrichten die perfekt rosafarbene Entenbrust in Streifen schneiden, mit Sauce und den Orangenzesten ergänzen, den Kartoffelbrei nicht vergessen und auch über diesen etwas von der Sauce geben. Die knusprigen Hautstreifen nach Lust und Laune darüber verteilen.

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Guten Appetit!

Jakobsmuschel auf Spinat: Fischmenü 1 von 3

Mal wieder ein kleines Menü, in drei Gängen, alles Fisch. Anlass war ein Abendessen mit lieben Freunden, Qin-Xie und Roland, anspruchsvolle Mitgenießer und selbst in der Food-Blogger-Szene aktiv.
Die Idee: drei kleine Fischgänge. Im Charakter und Zutaten ganz unterschiedlich, aber jeweils in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung ein kleiner Höhepunkt.
Zu Anfang also eine Jakobsmuschel, gewürzt mit einer fruchtig-scharfen Orangensaftreduktion auf frischen, jungen Spinatblättern.
Für die Orangensaftreduktion: den Saft einer Orange, einige Scheiben Ingwer, einen Stängel Zitronengras, ein Viertel von einer Habanero einer sehr scharfen und wunderbar aromatischem Chili! In diesem Fall: die rote, karibische Variante.

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Alle Zutaten in Streifen schneiden und mit etwas Fischsauce langsam einkochen. Das wird fruchtig, scharf und säuerlich, sehr aromatisch und durch die Fischsauce auch etwas salzig. Am Ende soll für jede Jakobsmuschel gerade noch ein bis zwei Teelöffel Sauce übrig sein.Die Spinatblätter waschen und schleudern, auf den Tellern anrichten und mit einer Vinaigrette aus Senf, Olivenöl, Weißweinessig, Knoblauch, Salz und Pfeffer beträufeln.

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Ganz kurz vor dem Servieren die Jakobsmuscheln in einer sehr heißen Pfanne in wenig Butterschmalz anbraten. Auf jeder Seite nur ein bis zwei Minuten garen, innen sollen sie noch grade eben glasig, keinesfalls schon trocken sein.
Auf die Teller setzen, einige Flocken Fleur de sel darauf und die Orangensaftreduktion behutsam darüber löffeln, sofort servieren.
Guten Appetit!

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Fischsuppe – zwei von drei
und
Skrei auf Wirsing – drei von drei, folgt in den nächsten Tagen.